Diskussionen um Euro-Bonds reißen nicht ab


Im Zuge der aktuellen Finanzkrise reißen die Diskussionen um die Euro-Bonds nicht ab. Viele sehen sie als eine Möglichkeit an, mit der die Finanzkrise schneller gelöst werden könnte. Doch die Euro-Bonds sind umstritten. Vor allem von Seiten der Bundeskanzlerin kommt zu ihnen weiterhin ein klares Nein. José Manuel Barroso möchte nun jedoch drei unterschiedliche Modelle für die Euro-Bonds vorstellen. Bislang handelt es sich bei diesen Modellen jedoch um reine Zukunftsmusik.

Von den drei Modellen, die von Barroso vorgestellt werden, können zwei erst dann umgesetzt werden, wenn Verträge entsprechend geändert werden. Hierbei handelt es sich jedoch um einen Prozess, der sich über mehrere Jahre erstreckt. Damit ließen sich die umstrittenen Euro-Bonds auch nicht kurzfristig realisieren. Eines der Modelle geht mit einfacheren Strukturen einher und würde sich demnach auch schneller umsetzen lassen. Allerdings gilt die Wirkung dieses Modells als gering.

Nach den Plänen von Barroso sollen die Euro-Bonds an die Stelle der bisherigen Staatsanleihen treten.

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Eingetragen in: Wirtschaftskrise

3 Kommentare zu “Diskussionen um Euro-Bonds reißen nicht ab”

  1. avil
    27/12/2011 / 10:58 #

    Staaten wie Irland Griechenland Spanien und Italien sind zahlungsunfähig oder stehen kurz davor

  2. Rolf Kloepping
    30/11/2011 / 18:52 #

    Genau deshalb benötigen wir dringend ein europäisches Sachverstängigengremium als Gegengewicht zu den amerikanischen Ratingagenturen, wie dies bereits im Mai 2008 von Jochen Sanio, Chef der BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsauf-sicht), gefordert wurde, um auch die USA einmal auf das ihr angesichts Haushaltsde-fizit und Staatsschulden zustehende Niveau herabstufen (oder zumindest damit dro-hen) zu können.

    Man kann ja wohl nicht einem amerikanischen Presse-Mogul (Standard & Poor’s gehört McGraw-Hill) die Entscheidung über das Schicksal Europas überlassen.

    http://www.InternationalBusinessDesign.com

  3. 23/11/2011 / 09:45 #

    Voraussichtlicher Zinssatz für Eurobonds

    Aktuelle Zinssätze für 10-jährige Staatsanleihen in der Euro-Zone:

    Griechenland: 28,8 %
    Portugal: 11,3 %
    Irland: 8,14 %
    Italien: 6,76 %
    Spanien: 6,6 %
    Belgien: 5,01 %
    Frankreich: 3,56 %
    Österreich: 3,51 %
    Finnland: 2,68 %
    Niederlande: 2,54 %
    Deutschland: 1,92 %

    BIP in Mrd. USD (2007):

    Griechenland: 362
    Portugal: 219
    Irland: 257
    Italien: 2093
    Spanien: 1430
    Belgien: 447
    Frankreich: 2567
    Österreich: 371
    Finnland: 245
    Niederlande: 761
    Deutschland: 3302
    Euro-Zone gesamt: 12054
    Zum Vergleich USA: 13816

    BIP-gewichteter Zinssatzanteil pro Gesamt-BIP der Euro-Zone:

    Griechenland: 0,856 %
    Portugal: 0,205 %
    Irland: 0,174 %
    Italien: 1,174 %
    Spanien: 0,799 %
    Belgien: 0,186 %
    Frankreich: 0,758 %
    Österreich: 0,108 %
    Finnland: 0,054 %
    Niederlande: 0,160 %
    Deutschland: 0,526 %
    Voraussichtlicher Zinssatz Eurobonds: 5,009 %
    Zum Vergleich USA: 1,96 %

    Selbst wenn wir davon ausgehen, dass die Eurobonds „ganz viel Vertrauen“ schaffen, dürfte der Zinssatz kaum unter 4 % fallen, was bedeutet, dass die Refinanzierungskosten für den deutschen Staatshaushalt sich mehr als verdoppeln würden. Selbst für Frankreich und Österreich ergäben sich noch leichte Nachteile durch die Eurobonds und allein Spanien, Italien, Irland, Portugal und Griechenland hätten die Vorteile.

    Erschwerend kommt hinzu, dass man sich um die Verwendung des durch die Ausgabe der Eurobonds geliehenen Geldes streiten wird wie die berühmten „Kesselflicker“. Denn zum einen gibt es in der Euro-Zone kein einheitliches Steuerrecht, obwohl dann alle Steuerzahler der „Europäischen Währungsunion“ für die Eurobonds haften, und zum anderen wird gerade in den Ländern das Geld am dringendsten gebraucht, in denen zuvor der Zinssatz höher war, sodass die Steuerzahler, in denen zuvor der Zinssatz niedriger war, dann auf die berühmten „Barrikaden“ gehen.

    Besser ist es, keine weiteren Gedanken an den Unsinn zu verschwenden und rechtzeitig den Verstand zu gebrauchen:

    http://opium-des-volkes.blogspot.com/2011/10/vollinvestition.html

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