Geschlossene Immobilienfonds in der Finanzkrise


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Die Finanzkrise hat es mal wieder gezeigt, nichts ist so vergänglich wie Erwartung in fiktive Renditen denen keine ausreichenden Substanzwerte gegenüberstehen. Die Sachwerte profitieren von den Inflationsängsten der Anleger, nach und während der Finanzkriese. So gewinnen die geschlossenen Immobilienfonds wieder mehr Marktanteile hinzu. Die Anleger wollen wieder Immobilien als „Sachwerte“. Dieser Trend ist aber nicht überall gleich und gilt nicht für alle Immobilien Fonds. So hat sich herausgestellt, dass die US-Immobilienfonds derzeit von den Anlegern gemieden werden, die deutschen Immobilienfonds aber aufgrund der allgemeinen Marktstabilität in Deutschland einen wahren Boom erleben.
Wichtig bei geschlossenen Immobilienfonds ist immer ein solventer Mieter der nachhaltig die Rendite in Form von Mietzahlungen erwirtschaftet. In der derzeitigen Krisenzeit ist aber auch das erwirtschaften der Mietzahlungen für Großunternehmen schwierig. Demzufolge kommen auch geschlossenen Immobilienfonds ins Wanken.
Nehmen wir den aktuellen Fall von „Arcandor“ (Karstadt/Quelle). Als das Unternehmen vor Jahren durch Missmanagement in die Krise geraten ist, veräußerte man einen Teil der Vermögenswerte, das waren in diesem Fall die Kaufhausimmobilien. Nehmen wir nun an, dass ein geschlossener Immobilienfonds die gesamten Kaufhausimmobilien gekauft hat und diese dann an Arcandor zu hohen Konditionen wieder vermietet hat.

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Sale and lease back, heißt das in der Fachsprache und ist ein probates Mittel der Eigenkapitalerhöhung. Dieser Vorgang läuft solange gut, wie der Mieter seinen Verpflichtungen nachkommen kann. Im Fall der globalen Finanzkriese ist aber nun der Arcandor Konzern ins straucheln geraten und hat gedroht, ohne Staatsbürgschaften und Kredite seine Mietzahlungen einzustellen. Das macht auf einen Schlag eine Mindereinnahme von ca. 21 Mio. Euro für den Immobilienfonds aus. Das reißt zunächst mal ein tiefes Loch in die Kasse des Fonds. Sachwertanlage hin oder her, ist der Mieter in der Kriese, folgt auch der geschlossenen Immobilienfonds, der den Sachwert beinhaltet.
Wenn nun der geschlossenen Immobilienfonds nur für diesen Zweck aufgelegt worden ist, dann kann es jetzt sehr lange dauern bis das Kapital wieder eine Rendite abwirft. Sollte es keine vernünftige Lösung für des Unternehmen Arcandor geben und die Immobilien nicht weiter vermietet werden können, kann der Fonds durchaus pleite gehen und die angelegten Gelder sind verloren.
Für den Anleger der in einem solchen Fonds investiert ist, sicherlich eine schmerzliche Erfahrung, denn eine Veräußerung der seiner Anteile ist nicht ganz einfach, wenn nicht unmöglich.

Fazit:
In der derzeitigen Wirtschaftskrise ist kein Produkt absolut sicher und vor Verlusten geschützt. Hier gilt im Vorfeld das Risiko einzuschätzen und sich auch auf Verluste einzustellen. Eine sorgfältige Auswahl der Kapitalanlage und eine breite Diversifikation im Portfolio, mindern das Verlustrisiko und lassen den Anleger ruhiger schlafen.

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Eingetragen in: Fonds, International, Wirtschaftskrise

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