Indexfonds: Nachfrage schwächt wieder ab


Anzeige

Indexfonds waren die großen Gewinner in der ersten Hälfte des Jahres 2009. Die Fonds, die einen Index nachbilden, vom Computer gemanagt werden und auf Fondsmanager weitgehend verzichten, haben in der jüngsten Vergangenheit hohe Zuwachsraten gehabt. Der Hauptgrund lag darin, dass es sich rumgesprochen hatte, dass Indexfonds Investments erstens kostengünstig sind und sich zweitens meist besser entwickeln als andere Aktienfonds, die von Managern verwaltet werden.

Der Bundesverband Investment und Asset Management hat neue Zahlen herausgegeben und die zeigen, dass der Trend dahin geht, dass die Zuwachszahlen sich abschwächen. Die drei größten Indexfondsanbieter des Verbandes konnten im ersten Halbjahr des Jahres 2009 zwar einen Zufluss von etwa 5,3 Milliarden Euro verzeichnen, was aber auf die Beträge zurückzuführen sei, die von Anlegern zu Beginn des Jahres investiert wurden. Im Juni haben die Anleger dann aber allein bei diesen Anbietern, zu denen Barclays Global Investors und ETFlab gehören, fast 700 Millionen rausgelöst. Insgesamt konnten aber die Aktienfonds und die Indexfonds allein im Juni Eingänge von 15 Millionen verbuchen. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass den gemanagten Fonds gut 715 Millionen Euro zugeflossen sein müssten.

Viele Anleger waren nicht zu Unrecht von den Fondsmanagern enttäuscht, mussten sie doch aufgrund der Krise und dem schwächelnden Aktienmarkt herbe Verluste hinnehmen, so etwas schmerzt den Anleger und er sucht nach Möglichkeiten sein Geld anderweitig zu investieren. Die Indexfonds wurden gerade hochgepriesen und so ist mancher Anleger eingestiegen und musste nun im ersten Halbjahr mit ansehen, was die Aktienfonds zum Teil für eine fantastische Performance hingelegt und damit seit Langem auch mal wieder die Indexfonds übertreffen konnten. Was man macht, macht man falsch dachten sich viele Anleger und haben ihre Anlagen aus dem Indexfonds abgezogen, um wieder auf die gut laufenden Aktienfonds zu setzen.

Werbung:

Andere Gewinner sind die offenen Immobilienfonds, die Ende des letzten Jahres in die Krise kamen, als einige dieser Fonds die Anteilsscheine nicht zurücknehmen konnten und die Anleger nicht über ihr Geld verfügen konnten. Doch auch die Immobilienfonds sind scheinbar gestärkt aus der Krise hervorgegangen, sodass die Anleger im ersten Halbjahr wieder mehr als 3 Milliarden Euro in offene Immobilienfonds investierten.

Verlierer sind die Geldmarktfonds, die sind allein im Juni um fast vier Milliarden Euro ärmer, seit Beginn des Jahres sind damit mehr als elf Milliarden Euro aus den Geldmarktfonds abgeflossen. Geldmarktfonds sind für viele Anleger eine beliebte Möglichkeit, um Geld zwischenzuparken, wenn sie sich nicht sicher sind, was an der Börse in nächster Zeit laufen oder nicht laufen wird. Dennoch ist zurzeit mit Geldmarktfonds keine Rendite zu machen. Den Rentenfonds erging es nicht anders, auch hier sind im ersten Halbjahr über 1,7 Milliarden Euro abgezogen worden.

VN:F [1.9.22_1171]
Bewertung: 0.0 von 5 (0 Bewertungen)
Anzeige



Finanz-News zum Thema

Eingetragen in: Fonds, Investment

Noch keine Kommentare geschrieben

Hinterlasse einen Kommentar