Null-Prozent-Finanzierungen bei Händlern nicht immer günstig


Gerade in Zeiten der Finanzkrise ist das Kaufverhalten bei Kunden oft eher zurückhaltend. Man möchte keine größeren Ausgaben tätigen, weil man nicht weiß, ob man das Geld nicht plötzlich anderweitig benötigt. Deswegen bewerben viele Händler, Kaufhäuser, Möbelhäuser, Baumärkte und allen voran die Elektronikmärkte ihre günstigen Finanzierungsangebote für alle möglichen Artikel. Die Kalkulation der Händler ist klar: Wer keine Zinsen zahlt, lässt sich eher zum Kauf eines neuen Fernsehers oder einer Küche verleiten, als wenn er einen teuren Kredit aufnehmen muss.

Doch die Kredite sind oft nicht so günstig, wie sie auf den ersten Blick scheinen. Die Verbraucherzentralen haben schon öfter die unzureichenden Informationen und irreführenden Werbeaussagen bezüglich der Null-Prozent-Finanzierungen kritisiert. So wird oft nicht deutlich genug darauf hingewiesen, dass die Kunden bei bestimmten Finanzierungen erst eine Bonitätsprüfung über sich ergehen lassen müssen, bevor sie die Zusage für einen solchen Kredit erhalten. Außerdem fehlt oft die Angabe des effektiven Jahreszins, der die Gesamtkosten des Darlehens beziffert. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen beanstandete beispielsweise einen Kredit des schwedischen Möbelhauses Ikea, das mit dem Spruch warb: “Zahl doch einfach später! Mit 0% Zinsen”. Zwar enthielt das Angebot auch den Hinweis auf eine mögliche Kontoführungsgebühr, die einmalig erhoben wird und je nach Laufzeit zwischen 19 und 39 Euro beträgt. Allerdings wurden diese Kosten nicht in den effektiven Jahreszins eingerechnet, der dann im Extremfall 4,75 Prozent betragen hätte, was deutlich über den versprochenen null Prozent liegt. Eine Bearbeitungsgebühr von neun Euro war auch beim Elektronikhändler “Pro-Markt” der Stein des Anstoßes. Auch hier galt, dass aus den ursprünglich null Prozent für die Finanzierung ein ähnlich hoher effektiver Jahreszins die Folge war.

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Eine weitere Kostenfalle sind auch die Restschuldversicherungen, die oft zusammen mit den Krediten angeboten werden. Im Falle von Ikea hätte diese Versicherung weitere 0,69 Prozent betragen, womit die sogenannte Null-Prozent-Finanzierung dann unter Umständen zehn Prozent und mehr ausmachen konnte. Insgesamt sind Restschuldversicherungen oft unnötig, da die Bedingungen viele Risiken von vornherein ausschließen, aber den Kunden suggeriert wird, dass die Versicherung alle Eventualitäten abdeckt.

Besonders in der Weihnachtszeit wird eine Zunahme der Null-Prozent-Finanzierungen erwartet, weswegen die Verbraucherschützer die Kunden dazu auffordern, diese Angebote genau zu beleuchten, bevor man einen Vertrag abschließt.

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1 Kommentar zu “Null-Prozent-Finanzierungen bei Händlern nicht immer günstig”

  1. 23/11/2009 / 10:57 #

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ProMarkt bietet seinen Kunden zwei unterschiedliche Modelle einer “Null-Prozent-Finanzierung” an.

    Über das ganze Jahr haben Kunden die Möglichkeit, über einen Zeitraum von neun Monaten eine “Null-Prozent-Finanzierung” abzuschließen. Für dieses Finanzierungsmodell wird eine Bearbeitungsgebühr von neun Euro erhoben. Auf diesen Umstand weisen wir die Kunden in sämtlichen Werbemedien hin.

    Zudem gibt es bei ProMarkt über das gesamte Jahr hinweg die Möglichkeit, im Rahmen gesonderter Werbeaktionen Null-Prozent-Finanzierungen mit unterschiedlichen Laufzeiten von 12 bis 30 Monaten abzuschließen. Für diese fällt dann keine Bearbeitungsgebühr von neun Euro an.

    Mit freundlichen Grüßen
    Andreas Krämer
    REWE Group Unternehmenskommunikation
    Pressesprecher

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