Obwohl sich die US-Wirtschaft scheinbar schneller erholen konnte als man zunächst in Expertenkreisen erwartete, wird mittlerweile deutlich, dass man im Land der unbegrenzten Möglichkeiten aus den eigenen Fehlern nur wenig gelernt hat. Immerhin kann die Staatsverschuldung der USA derzeit mit der Griechenlands verglichen werden. Ein deutliches Wachstum verzeichnet zudem die Importabhängigkeit. Im Gegenzug befindet sich die Sparquote der Privathaushalte auch weiterhin auf dem Sturzflug. Bei den aktuellen Entwicklungen drängt sich selbstredend der Gedanke auf, dass die nächste Eskalation der Krise mit stärkeren Folgen droht. Im vergangenen Herbst musste der US-amerikanische Bundesstaat Hawaii die wöchentlichen Schultage auf vier kürzen. Grund dafür sind fehlende finanzielle Mittel.
Aufgrund der hohen Verschuldung musste der Gouverneur von Hawaii das für die Schulen zur Verfügung stehende Budget um insgesamt 14 Prozent kürzen. Doch Hawaii ist bei weitem nicht der einzige Bundesstaat, der sich bei den knappen Haushaltskassen von einer kreativen Seite zeigt. Die New Yorker Verkehrsbetriebe stellen aufgrund fehlender finanzieller Mittel ab Juni komplette U-Bahnstrecken ein.
Deutlich wird, dass sich die USA durch verschiedenste Zahlen auf dem Papier von der Rezession losreißen konnten. Im Alltag sind die Folgen der Krise nicht nur deutlich, sondern immer stärker zu spüren. Derzeit ist die Regierung der USA dabei die höchste Staatsverschuldung seit Ende des Zweiten Weltkrieges anzuhäufen. Immer mehr Ökonomen wagen mittlerweile den Vergleich mit Griechenland. Der Warenimport war im März in den USA um 40,4 Milliarden Dollar höher als der eigentliche Export. Infolge der aktuellen Entwicklungen ist man sich in Expertenkreisen einig, dass die USA aus den dramatischen Folgen und aus der Krise selbst nichts gelernt haben.